Sep. 01

Gruppenbild mit Teilnehmern und TrainernVom 28. bis 30. August stand das Denk­sport­zen­trum Leip­zig ganz im Zei­chen des Nach­wuchs­schachs. Die Schach­ge­mein­schaft Leip­zig hat­te zum of­fe­nen U14-Trai­nings­la­ger ein­ge­la­den – und 16 jun­ge Schach­freun­de folg­ten der Ein­la­dung. Da­bei reich­te das Teil­neh­mer­feld von sechs bis 14 Jahre und war kei­nes­wegs nur von Leip­zi­gern be­setzt: Auch Kin­der aus an­de­ren Tei­len Sach­sens, un­ter an­de­rem aus Anna­berg-Buch­holz und Plau­en, so­wie über­re­gio­nal aus Bran­den­burg, mach­ten sich auf den Weg nach Leip­zig.

Drei Tage lang wur­de ge­mein­sam trai­niert, ge­spielt und na­tür­lich auch viel über Schach ge­spro­chen. Ziel des Trai­nings­la­gers war es, wich­ti­ge Grund­la­gen zu ver­tie­fen, neue Im­pul­se für das ei­ge­ne Spiel zu er­hal­ten und das Ge­lern­te un­mit­tel­bar in Par­tien an­zu­wen­den.

Individuelles Training in kleinen Gruppen

AufgabenEin be­son­de­rer Schwer­punkt des Trai­nings­la­gers lag auf der in­di­vi­du­el­len Be­treu­ung der Kin­der. Die Trai­nings­ein­hei­ten fan­den in Klein­grup­pen mit ma­xi­mal vier Kin­dern statt. Da­bei wur­den die Grup­pen nach ähn­li­chem Al­ter und pas­sen­den Trai­nings­vor­aus­set­zun­gen zu­sam­men­ge­stellt.

Durch die klei­nen Grup­pen konn­ten die Trai­ner ge­zielt auf die in­di­vi­du­el­len Stär­ken und Schwä­chen der ein­zel­nen Kin­der ein­ge­hen. Fra­gen konn­ten un­mit­tel­bar auf­ge­grif­fen wer­den und die Kin­der hat­ten aus­rei­chend Ge­le­gen­heit, ei­ge­ne Ideen ein­zu­brin­gen und ver­schie­de­ne Stel­lun­gen selbst­stän­dig zu lö­sen.

Be­son­ders wich­tig war da­bei, das Trai­ning an das Al­ter und die Kon­zen­tra­tions­fä­hig­keit der Teil­neh­mer an­zu­pas­sen. Auch die jüng­sten Schach­spie­ler wur­den in­di­vi­du­ell ab­ge­holt. Für sie wur­den die Trai­nings­ein­hei­ten mit ent­spre­chen­den Pau­sen, spie­le­ri­schen Ele­men­ten und al­ters­ge­rech­ten Me­tho­den ge­stal­tet. Denn ir­gend­wann braucht auch der kon­zen­trier­tes­te Nach­wuchs­spie­ler eine kur­ze Aus­zeit – schließ­lich kann man nicht den gan­zen Tag gleich­zei­tig Schach spie­len, rech­nen und den Be­we­gungs­drang un­ter­drü­cken. 😉
Und so zeigte sich schnell: Eine kleine Pause zur richtigen Zeit kann manchmal genauso wertvoll sein wie ein guter Schachzug.

Schachtraining und Turnierpraxis

Rundenbeginn beim TrainingsturnierDen Auf­takt bil­de­te am Frei­tag­nach­mit­tag die ers­te Run­de des ta­ges­Ã¼ber­grei­fen­den Trai­nings­tur­niers. Das ge­misch­te Teil­neh­mer­feld sorg­te da­bei für in­te­res­san­te und ab­wechs­lungs­rei­che Par­tien. An­schlie­ÃŸend wur­den die Par­tien ana­ly­siert und tak­ti­sche Mög­lich­kei­ten un­ter die Lu­pe ge­nommen.

Am Sams­tag ging es di­rekt mit der zwei­ten Tur­nier­run­de wei­ter. Da­nach stan­den die „gol­de­nen Er­Ã¶ff­nungs­re­geln“ auf dem Trai­nings­plan. Die Kin­der be­schäf­tig­ten sich da­mit, wie man be­reits in der Er­Ã¶ff­nung die Wei­chen für ei­ne gu­te Par­tie stellt und wel­che ty­pi­schen Feh­ler es zu ver­mei­den gilt.

Nach der drit­ten Tur­nier­runde folg­te ei­ne wei­te­re in­ten­si­ve Trai­nings­ein­heit: Im Mit­tel­punkt stan­den die Ver­wer­tung von Vor­tei­len und wich­ti­ge Re­geln für das End­spiel. Ge­ra­de die Ver­bin­dung von The­o­rie und Pra­xis mach­te den be­son­de­ren Reiz des Trai­nings­la­gers aus – Po­si­tio­nen aus den ei­ge­nen Par­tien konn­ten un­mit­tel­bar auf­ge­grif­fen und ge­mein­sam be­spro­chen wer­den.

Für Ab­wechs­lung zwi­schen den Schach­ein­hei­ten sorg­te am Sams­tag­nach­mit­tag der Aus­gleichs­sport. Bei Be­we­gung und Spie­len konn­ten die Kin­der den Kopf frei­be­kom­men. Beim ge­mein­sa­men ge­sel­li­gen Gril­len am Abend wur­de an­schlie­ÃŸend wie­der für die not­wen­di­ge Ener­gie­zu­fuhr ge­sorgt. Auch die El­tern wa­ren ein­ge­la­den und er­hiel­ten bei ei­nem Vor­trag Tipps da­zu, wie schach­spie­len­de Kin­der im All­tag, bei Tur­nie­ren und in ih­rer per­sön­li­chen Mo­ti­va­tion am bes­ten un­ter­stützt wer­den kön­nen. Auch der Aus­tausch un­ter­ein­an­der kam da­bei nicht zu kurz.

Der dritte Tag: Noch einmal konzentriert ans Brett

PartienanalyseAm Sonn­tag war­te­ten die vier­te und schließ­lich die fünf­te Run­de des Trai­nings­tur­niers auf die Teil­neh­mer. Da­zwi­schen wur­de noch ein­mal in­ten­siv trai­niert. Zu­nächst ging es um das The­ma „Ent­wick­lungs­vor­sprung“. An­schlie­ÃŸend stan­den Bau­ern­schwä­chen auf dem Pro­gramm – ein The­ma, das im prak­ti­schen Spiel im­mer wie­der ei­ne wich­ti­ge Rol­le spielt. Die Kin­der konn­ten da­bei zahl­rei­che neue Ideen mit­neh­men und an kon­kre­ten Stel­lun­gen aus­pro­bie­ren.

In der ab­schlie­ÃŸen­den fünf­ten Run­de wur­de es noch ein­mal span­nend. Im ge­misch­ten Teil­neh­mer­feld kämpf­ten die jun­gen Schach­freun­de um die vor­de­ren Plät­ze, wäh­rend gleich­zei­tig die Er­fah­run­gen der ver­gan­ge­nen Ta­ge in die Par­tien ein­flos­sen.

Yannik gewinnt das SGL-Trainingsturnier

die Sieger des TrainingsturniersNach fünf Run­den stand schließ­lich der Sie­ger fest: Yan­nik Har­kort mit 4,5 Punk­ten. Herz­li­chen Glück­wunsch zu die­sem tol­len Er­folg! Platz 2 wur­de von Nor­win Hauffe mit 4 Punk­ten und der bes­se­ren Buch­holz­wer­tung be­legt. Fri­da Wink­ler er­ziel­te den 3. Platz mit eben­falls 4 Punk­ten. Auch al­len wei­te­ren Teil­neh­mern gilt ein gro­ÃŸes Kom­pli­ment für ih­ren Ein­satz, ih­re Kon­zen­tra­tion und ih­re Be­reit­schaft, sich drei Ta­ge lang in­ten­siv mit dem kö­nig­li­chen Spiel aus­ein­an­der­zu­set­zen.

Doch ne­ben dem sport­li­chen Er­geb­nis stand vor al­lem das ge­mein­sa­me Ler­nen im Mit­tel­punkt. Ge­ra­de die Mi­schung aus un­ter­schied­li­chen Al­ters- und Spiel­stär­ken mach­te das Trai­nings­la­ger zu ei­ner wert­vol­len Er­fah­rung für al­le Be­tei­lig­ten.

Drei Tage, die Lust auf mehr machen

SchachvariationenDas Trai­nings­la­ger hat ein­mal mehr ge­zeigt, wie viel Freu­de ge­mein­sa­mes Schach­trai­ning ma­chen kann. 16 Kin­der aus Leip­zig und ver­schie­de­nen Re­gio­nen Sach­sens nutz­ten die Ge­le­gen­heit, neue Trai­nings­in­hal­te ken­nen­zu­ler­nen, ih­re Par­tien zu ana­ly­sie­ren und sich mit­ein­an­der am Brett zu mes­sen.

Ein be­son­de­rer Dank gilt den an­we­sen­den Trai­nern FM Hen­drik Hoff­mann, FM Chris­toph Nat­si­dis, FM Mat­thias Liedt­ke, Ke­vin Dann­häu­ser, Leo­nard Rich­ter und Ja­nek Met­ze, die mit viel En­ga­ge­ment und Fach­wis­sen für ab­wechs­lungs­rei­che und in­di­vi­du­ell auf die Kin­der ab­ge­stimm­te Trai­nings­ein­hei­ten sorg­ten. Eben­so geht ein Dank an al­le El­tern und Hel­fer, die zum Ge­lin­gen des Wo­chen­en­des bei­ge­tra­gen ha­ben.

Für die jun­gen Schach­spie­ler blei­ben da­mit drei in­ten­si­ve Ta­ge vol­ler Schach, neu­er Er­kennt­nis­se und ge­mein­sa­mer Er­leb­nis­se. Vie­le neue Ideen wur­den aufs Brett ge­bracht, Freund­schaf­ten ge­knüpft und so man­cher Schach­zug bis ins klein­ste De­tail dis­ku­tiert. Denn am En­de zählt nicht nur, wer die meis­ten Par­tien ge­won­nen hat, son­dern vor al­lem, was man aus ih­nen ge­lernt hat – und mit wie viel Freu­de man am nächs­ten Brett wie­der Platz nimmt.

Franzi Wakke



Kommentieren Sie den Beitrag!