Nov. 15

Mit 11 Teil­neh­mern fand am 14.11.2025 die bis­her größ­te Auf­la­ge des Lö­sungs­tur­niers bei unserem Ver­eins­abend statt. Wie beim letz­ten Mal wa­ren 6 Auf­ga­ben in­ner­halb ei­ner Stunde zu lö­sen, zwei Zwei­zü­ger, zwei Drei­zü­ger, ein Matt in fünf Zü­gen und ein zwei­zü­gi­ges Selbst­matt. Beim Selbst­matt zwingt der Wei­ÃŸe den Schwar­zen, ihn matt zu set­zen, häu­fig da­durch, dass er ein Schach gibt, das Schwarz nur mit einem Matt pa­rie­ren kann. Wer mag, kann sich die Auf­ga­ben schnap­pen und mit 60 Mi­nu­ten Zeit zu Hau­se lö­sen.

Die Pro­bleme wa­ren dies­mal ein we­nig schwe­rer als im Au­gust. Der ers­te Zwei­zü­ger wur­de von den meis­ten Teil­neh­mern ge­löst. Hier muss man dem geg­ne­ri­schen Kö­nig gleich zwei Flucht­fel­der ein­räu­men, um zum Er­folg zu kom­men. Auch beim zwei­ten Zwei­zü­ger muss man pa­ra­do­xer­wei­se dem Geg­ner ein Flucht­feld ge­ben, um mit dem Turm ein Matt an­zu­dro­hen, und pa­riert Schwarz die Dro­hung, so ent­fes­selt er die wei­ÃŸe Dame und er­laubt ein an­de­res Matt.

Zu Auf­ga­be Nr. 3 stell­te ein Lö­ser die Fra­ge, ob die Ro­cha­de er­laubt sei. Und in der Tat: Wenn in Schach­pro­ble­men Kö­nig und Turm auf ihren Par­tie­an­fangs­fel­dern ste­hen, so geht man davon aus, dass sie noch nicht ge­zo­gen ha­ben und die Ro­cha­de er­laubt ist. (So­fern nicht das Ge­gen­teil be­wie­sen wer­den kann. Es gibt Retro-Pro­ble­me, in de­nen man aus der Stel­lung er­ken­nen kann, dass Turm oder König ge­zo­gen ha­ben müs­sen.) Mit we­nig Ma­te­ri­al auf dem Brett konn­te eine Mehr­zahl der Teil­neh­mer die­se Zug­zwang-Auf­ga­be gut lö­sen.

Der zwei­te Drei­zü­ger er­wies sich da­ge­gen als re­la­tiv schwie­rig. Weiß wür­de ger­ne den Kö­nig zie­hen, um mit Se8 matt zu set­zen, doch auf 1.Kd8? folgt Lh4, auf 1.Kf8? Txf2, je­weils mit Fes­se­lung des Sprin­gers auf f6. Mit der ver­steck­ten Dro­hung nach 1.c3, die nur Gott­fried und Hen­drik er­kann­ten, zwingt Weiß den Turm auf das Feld h4, wo er nun die Ver­tei­di­gung Lh4 ge­gen Kd8 bloc­kiert, oder den Läu­fer nach f2, so­dass der Turm nicht mehr dort­hin kann.

Die Lö­sung des Fünf­zü­gers fand nie­mand. Mark hatte zwar die rich­tige Idee, star­te­te je­doch mit dem fal­schen Sprin­ger­zug. Der Sprin­ger droht von c8 aus mit Matt auf b6 und nach dem er­zwun­ge­nen 1… Kd5 gibt Weiß mit 2.Db7+ Schach von hin­ten. Ent­we­der der Kö­nig wird nach 2… Ke6 an den Rand ge­trie­ben oder die Dame läuft mit 2… Kc4 3.De4+ Kb3 4.Db1+ ein­mal im Kreis um den Kö­nig, und nach ih­rer Rück­kehr nach b1 folgt schließ­lich Sb6. Star­tet man mit 1.Sf5? (droht 2.Se3#), so funk­tio­niert die Va­rian­te fast ge­nau­so, nur am En­de fehlt nach 4… Ka4 der Matt­zug.
Im Selbst­matt stört der Läu­fer auf d8, denn ohne ihn könn­te Weiß so­fort mit 1.Sg5 die Antwort fxg5# er­zwin­gen. Also zieht man den Läu­fer weg, muss da­bei aber rich­tig aus­wäh­len: Nach 1.Lc7? ver­tei­digt sich Schwarz mit 1… Lxf3, da 2.De5+ fxe5+ wegen 3.Lxe5 nicht zum ge­wünsch­ten Matt führt. Ähn­lich kommt nach 1.Lb6? nun 1… Sxf3, denn nach 2.Dxc4+ Txc4+ kann der weiße Läu­fer da­zwi­schen zie­hen. Nur nach 1.La5 funktionieren beide Va­rian­ten für Weiß.

Das Selbst­matt war etwas leich­ter zu lö­sen als die Auf­ga­ben Nr. 4 und 5, und mit ihm sam­mel­ten Hen­drik und Mark Punk­te, die ih­nen die ers­ten zwei Plät­ze si­cher­ten. Gott­fried hat­te sich über eine Teil­lösung beim zwei­ten Drei­zü­ger einen Vor­sprung vor Chris­toph und Ja­nek ver­schafft. Wäh­rend der Tur­nier­lei­ter die ab­ge­ge­be­nen Lö­sun­gen aus­wer­te­te, ver­gli­chen die Lö­ser ih­re Ideen. Für die drei Erst­plat­zier­ten gab es schließ­lich Sach­prei­se. Eine Wie­der­ho­lung des Lö­se­tur­niers wird es vor­aus­sicht­lich An­fang des nächs­ten Jah­res ge­ben.

Wer mag, kann sich au­ÃŸer­dem im Ja­nu­ar im in­ter­na­tio­na­len Ver­gleich mes­sen: Am 25.01.2026 fin­det der In­ter­na­tio­nal Sol­ving Con­test (ISC) statt, ein Lö­se­tur­nier, das zeit­gleich an vie­len Or­ten welt­weit aus­ge­tra­gen wird, in Deutsch­land an den zwei Stand­or­ten Müns­ter und Dres­den. Da­bei gibt es meh­re­re Ka­te­go­rien, für Kin­der, für Ein­stei­ger und für er­fah­re­ne Löser. In zwei Run­den zu je zwei Stun­den sind ins­ge­samt 12 Auf­ga­ben zu lö­sen, in der U12 nur 6 Auf­ga­ben in zwei Stun­den. Wei­te­re In­fos gibt es auf der Web­sei­te der Schwal­be.

Die Lö­sun­gen der Auf­ga­ben gibt es hier.

Rangliste:
1) Hendrik Hoffmann 21 Punkte
2) Mark Rupp 20 Punkte
3) Gottfried Bronn 17 Punkte
4-5) Janek Metze 15 Punkte
4-5) Christoph Natsidis 15 Punkte
6) Thomas Richter 10 Punkte
7) Andreas Otto 8,5 Punkte
8) Reinhard Junghans 5 Punkte
9-11) Phil Pfeil 0 Punkte
9-11) Reinhold Wust 0 Punkte
9-11) Ahmad Yousif 0 Punkte


v.l.n.r.: Gottfried (Platz 3), Hendrik (Platz 1), Mark (Platz 2)


Kommentieren Sie den Beitrag!