Juni 19

Manfred Türke (1.4.1935 – 12.05.2026)

Manfred TürkeManfred Türke wurde drei Tage nach dem spä­te­ren deut­schen Groß­meister Wolf­gang Uhl­mann ge­bo­ren. Sel­ber war er zwei­fa­cher Meis­ter des Be­zirks Frank­furt (Oder). Zur Schach­olym­pi­a­de 1962 in War­na er­leb­te er als Schlach­ten­bumm­ler haut­nah ei­nen Sieg und ein Re­mis sei­nes Al­ters­ge­nos­sen Uhl­mann ge­gen Welt­meis­ter Bot­win­nik mit.

Schon zwei Jahre vor­her bei der le­gen­dä­ren Schach­olym­pi­a­de in Leip­zig als Schieds­rich­ter tä­tig ge­we­sen, gab es für ihn ein High­light: Der spä­tere Welt­meis­ter Pe­tros­jan muss­te sich in ei­ner Si­mul­tan­vor­stel­lung für die Or­ga­ni­sa­to­ren des Tur­niers der Na­tio­nen nur ge­gen un­se­ren Man­fred mit ei­nem Re­mis zu­frie­den ge­ben!

Als Manfred im Jahre 1963 sei­ne Fa­mi­lie grün­de­te, zog es ihn für im­mer nach Leip­zig. Er wur­de Mit­glied ei­ner Ge­nos­sen­schaft des Ma­ler­hand­werks und war hier nicht zu­letzt für die künst­le­ri­schen Auf­trä­ge zu­stän­dig. Doch das Schach blieb ihm wei­ter wich­tig. Als an­er­kann­ter Schieds­rich­ter war er bei wich­ti­gen zen­tra­len Tur­nie­ren tä­tig. So er­hielt er nach der Stu­den­ten-Mann­schafts­welt­meis­ter­schaft in Dres­den 1969 die Eh­ren­pla­ket­te des Welt­ver­ban­des. Noch ein­mal bei der DDR-Meis­ter­schaft der Män­ner und Frau­en 1984 in Ei­len­burg war er der Haupt­schieds­rich­ter.

Manfred Türke Blitzschachmeister 1962Manfred Türke Blitzschachmeister 1962

Lange war Manfred ein wich­ti­ges Mit­glied der 1. Mann­schaft der BSG Mo­tor Goh­lis-Nord, die ja ihren Hö­hen­flug im Jah­re 1966 er­lebt hat­te. Die Meis­ter­schaft der höchs­ten Spiel­klas­se der DDR wurde näm­lich ein­ma­lig dop­pel­run­dig mit 10 Mann­schaf­ten aus­ge­tra­gen, da­run­ter auch zwei­te Teams der vier Clubs und gan­ze drei aus den Be­triebs­sport­ge­mein­schaf­ten. Auch im Spiel­be­trieb des neu­ge­grün­de­ten Schach­ver­ban­des Sach­sen blieb er stets eine zu­ver­läs­si­ge Stüt­ze sei­ner je­wei­li­gen Mann­schaf­ten. Erst die Er­kran­kung sei­ner Ehe­frau zwang ihn, kür­zer zu tre­ten. Bis zu de­ren To­de küm­mer­te er sich auf­op­fe­rungs­voll um ih­re Pfle­ge.

Petrosjan-Türke 1960GM Tigran Petrosjan – Manfred Türke, Leipzig 1960


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