Apr 23

Karl-Heinz RandtDie Schachspieler in Sachsen und darüber hinaus kannten Ihn gut: Auf über 110 Tur­nie­ren war er bei Schach­gegnern aufgrund sei­ner Spiel­weise gefürchtet und als Mensch und Sportler geschätzt. Über 10 Jahre lang gab er seine Erfahrungen selbstlos an Nach­wuchs­spieler weiter und prägte so eine Reihe von nunmehr erwachsenen Schach­sport­lern. Eine seiner bekann­testen Schü­le­rinnen ist die heu­te deutsch­land­weit bekannte Judith Fuchs, die er u.a. bei einer Nach­wuchs­welt­meister­schaft in Grie­chen­land begleitete. Dieses Erlebnis war für ihn Höhe­punkt und Be­stä­ti­gung seines Wir­kens. Er verstand es, das Feuer der Schach­be­geis­te­rung in seinen Nach­wuchs­spielern zu ent­fachen. Trotz an­hal­ten­der ge­sund­heit­licher Probleme kam er immer wieder zurück zum Schach und fand hier Halt und An­er­ken­nung. Wir sind un­sag­bar traurig und werden ihn vermissen.

Apr 23

Schachlehrer Karl-Heinz RandtSchachlehrer Karl-Heinz Randt im November 2017 Martin Neuhof)

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Jun 15

Nachruf Holger Hentze

Wir trauern um unser langjähriges Vereinsmitglied Holger Hentze, der am 20. Mai 2015 viel zu früh verstorben ist.

Holger begann sehr zeitig mit dem Schach; zuerst in der Schul-AG der 35. Schule, später parallel im Klubhaus „Heinrich Budde“, welches ja territorial sehr günstig in unmittelbarer Nähe liegt. Ziemlich schnell stellten sich die ersten Erfolge ein, sowohl bei den Schulmeisterschaften, aber auch im Verein. Holgers Spielstärke wuchs unter Anleitung erfahrener Trainer (vor allem Paul Gaffron) und er erreichte bereits im Jugendalter eine auf die heutige Zeit umgerechnete DWZ von ca. 1900. Außerdem engagierte sich Holger als Übungsleiter und Schiedsrichter; übernahm aber auch gern verschiedene organisatorische Aufgaben in seinem Verein MoGoNo. Experte wurde Holger auch in der Reparatur der analogen Schachuhren, sein Kürzel # für H. H. ist heute noch in mancher Uhr zu sehen. Ungefähr in dieser Zeit entstand auch sein Spitzname „Elo“, da Holger in der Berechnung von ELO-Zahlen ein ausgewiesener Experte war.

Nach der Wende 1989/90 musste Holger bei seinem Hobby etwas kürzer treten. Die berufliche Orientierung wurde wichtiger und seit 1993 leistete er Pionierarbeit beim neu gegründeten MDR. Schach spielte Holger in dieser Zeit aber weiterhin in verschiedenen Männer­mann­schaften und brachte auch seinem Sohn die ersten Regeln bei. Und bei einer Nachwuchs­weihnachts­feier war sein Sohn Markus, heute einer unserer jungen Trainer und gleichzeitig starker Spieler, erstmals mit dabei. Und wenn der Sohn erfolgreich in die eigenen Fußstapfen tritt, ist man als Vater besonders stolz.

Wir werden Holger als immer freundlichen und engagierten Menschen und Schachspieler stets in guter Erinnerung behalten.

Jan 13

Paul Gaffron

Liebe Schachfreundinnen und Schachfreunde,

für unseren jungen Großverein mit dem alten Namen „Schach­gemein­schaft Leipzig e.V.“ begann das Jahr 2012 weniger erfreulich, denn am 5. Januar verstarb in Althen unser hochverdienter und bei allen beliebter Schachfreund Paul Gaffron – die „gute Seele von Gohlis“ im Alter von immerhin 81 Jahren nach einem Schlaganfall kurz vor Weihnachten. weiterlesen…

Okt 01

Leipzig verlor tatkräftigen Förderer des Schachs
Nachruf der Schachgemeinschaft Leipzig e.V.

Dr. Helge KildalBis zuletzt waren seine Gedanken bei den Schachfreunden. Dr. Helge Kildal hatte in seinen Unterlagen das Abzeichen der früheren Schachgemeinschaft Leipzig gefunden und fotografiert. Vielleicht könne es als Anregung für das Signet der neuen SGL dienen, schrieb er. Hatte er geahnt, dass dies vielleicht eine seiner letzten Handlungen als Schachorganisator war? Bald darauf, am 19. August, verschied Helge im Alter von 79 Jahren nach schwerer Herzkrankheit. Wer mit dem Leipziger Schachleben des vergangenen Halbjahrhunderts vertraut ist, versteht, was wir mit ihm verloren haben.

Den mecklenburgischen Schach-Jugendmeister hatte das Studium der Gesellschaftswissenschaften nach Leipzig geführt. Kurz nach Gründung der Sektion Schach des SC Rotation Leipzig (später SC Leipzig) trat er diesem Leistungszentrum bei und spielte von 1956 an in der Sonderliga der DDR.
Rasch kamen der Sektion auch seine organisatorischen Fähigkeiten zustatten. Als Herbert R. Grätz, Initiator des Spitzenvereins, Ende der fünfziger Jahre an die Vorbereitung der XIV. Schacholympiade ging, übernahm Helge Kildal den Sektionsvorsitz, den er bis 1971 innehatte. Mit der ihm eigenen Hingabe und Gründlichkeit bewältigte er nicht nur seine Lehr- und Forschungsaufgaben an der Deutschen Hochschule für Körperkultur und Sport, sondern trug zugleich auch gemeinsam mit den Trainern Bernhard Dorawa und Heinz Rätsch wesentlich zum Aufstieg seiner Schachsektion bei.
Nicht ohne Grund spielte sie zeitweise mit zwei Mannschaften in der höchsten Liga der DDR und errang 14 Meistertitel: Sie vereinte die damals wohl stärksten in Leipzig tätigen oder studierenden Schachsportler, bemühte sich jedoch stets um Ausbau des Potentials.

Helge Kildal hielt engen Kontakt zur Schach-AG am Leipziger Haus der Jungen Pioniere, wo auch Sektionsmitglieder das Training unterstützten; er gewann zudem junge Talente aus seiner norddeutschen Heimat und anderen Regionen. Wenn die späteren Großmeister Rainer Knaak und Lothar Vogt über das gemeinsame Training im Markkleeberger Oberschulinternat zu schachlichen Höhen fanden, so hatte auch der Sektionsvorsitzende diesen nicht alltäglichen, an Sportschulen erinnernden Weg mit angebahnt. Anderen Schachfreunden, so dem Bloch-Schüler Lothar Kleine, half er tatkräftig aus persönlichpolitischen Schwierigkeiten. Er sah in Schachspielern eine Familie, für die man einsteht. Seine souveräne, bedachte und oft humorvolle Art kam ihm dabei zugute.

Mit Helge Kildals Namen ist die einstige Tradition der Einladungsturniere des Sportclubs bzw. der Schachgemeinschaft Leipzig verbunden, die zum Jahreswechsel 1962/63 begannen und allmählich internationalen Rang bekamen. Ebenfalls in guter Erinnerung bleiben zahlreiche von Helge vermittelte Freundschaftskämpfe im Ausland, u. a. in Wien, Zürich, Moskau, Nowosibirsk und Riga, wie auch deutsch-deutsche Begegnungen zu Zeiten des Kalten Krieges: in Wuppertal, Krefeld, Lippstadt. All dies trug zur Belebung und zum Ansehen des Schachs in der Messestadt bei.

Während der Schacholympiade 1960 arbeitete Kildal im Leipziger Organisationsstab. Als acht Jahre darauf das „nichtolympische“ Schach der DDR aus dem Wirkungsfeld der Sportclubs fiel, fand er mit der Stadtverwaltung eine glückliche Lösung für die Fortexistenz des Sonderligavereins: Eine selbständige Schachgemeinschaft Leipzig entstand, die nebenbei das Schachzentrum im Clara-Zetkin-Park betreute und über dessen kommunalen Haushaltposten gefördert wurde. Helge blieb ihr treu, als sie sich 1983 in die Schachsektion der BSG Baukombinat Leipzig verwandelte.

In den neunziger Jahren unterstützte er mit ungebrochener Schach­leidenschaft verschiedene Mannschaften des Schachclubs Leipzig-Gohlis bei Punktspielen. Die Deutsche Senioren-Einzelmeisterschaft 1999 war das letzte bedeutende Turnier, an dem er teilnahm. Solange er es vermochte, fungierte Dr. Kildal als Landesspielleiter und Oberliga-Schiedsrichter.

Eine starke, liebenswerte Persönlichkeit ist von uns gegangen, derer wir uns stets dankbar erinnern werden.

Dr. Gottfried Braun & Burkhard Starke