Okt 14

Die vierte Mannschaft hatte heute in der ersten Landesklasse ein spannendes Match gegen Turm Leipzig. Unser Saisonziel lautet zwar Aufstieg, jedoch versprachen die Paarungen einen ausgeglichenen Kampf und das Endergebnis war dann auch ein leistungsgerechtes 4-4, wobei Turm zwischendurch eher wie der mögliche Gewinner aussah. Hier der Verlauf der einzelnen Bretter:

1: Franzi Beltz – Markus Schumacher: 1-0 –> Sehr starke Partie von Franzi! Franzi packte eine Nebenvariante gegen Markus‘ Franzosen aus und Markus suchte den Übergang in eine offene Stellung mit gegenüberstehenden Bauern auf der e-Linie und einer offenen d-Linie. Anschließend musste Markus seinen e5-Bauern mit einem Nachtwächter-Läufer auf d6 decken und öffnete zum Überdruss auch noch sowohl den Damen- als auch den Königsflügel. Dieses Klitschko-Schach ging nicht auf, Franzi gewann eine Qualität und kurz darauf die Partie. (Übrigens: Der Begriff Klitschko-Schach wurde von Zigurds Lanka bei einer Freitag-Trainingseinheit überliefert, dort waren die Links-Rechts-Kombinationen auf beiden Flügeln sehr stark)

2: Raphael Döhn – Dietmar Hewig: 0-1 –> Leider ein wenig unglücklich gespielt von Raphael. Seine (schwarze) Dame verlief sich auf a1 und wurde dort eingefangen.

3: Till Beyer – Markus Herrmann: 1-0 –> Ganz starke Vorstellung von Till! Till verdichtete seinen Vorteil kontinuierlich, wickelte in ein T+L gegen T+S – Endspiel ab, tauschte seinen Läufer gegen den gegnerischen Springer und spielte dann mit Bauern auf der a, b und f-Linie gegen drei Bauern auf f, g und h. Seine Bauern waren schnell und der gegnerische König weit weg, Markus hatte keine Chance.

4: Thomas Schreiter – Michael Apitzsch: 1-0 –> Auch hier eine interessante Partie. Die Eröffnung ergab m. E. leichte Vorteile für Thomas, jedoch übersah Michael zwischendrin eine superstarke Fortsetzung, die ihm einen Qualitätsgewinn eingebracht hätte. Stattdessen stellte er in einem Aussetzer selbst eine Qualität ein, Thomas spielte danach stark, brachte sein Läuferpaar in Szene und erlegte schließlich den gegnerischen König mit einer sehenswerten Schlusskombi.

5: Anet Gempe – Gerhard Ziese: Remis –> Anet sprang zum Glück noch ein, nachdem Till kurzfristig krank geworden war. Das Remis war ereignislos.

6: André Eilert – Robert Brüsch: Remis –> Ich bekam aus der Eröffnung eine nette Druckstellung, konnte den Vorteil aber nicht verdichten. Nachdem die Damen getauscht waren bot mein Gegner Remis und ich nahm mit meinen Bauernschwächen im Hinterkopf an. Die Analyse zeigte, dass meine dynamischen Vorteile noch groß genug waren und ich vermutlich Kompensation mit sogar leichtem Vorteil hatte.

7: Manuel Pietzsch – Klaus-Dieter Kläber: 0-1 –> Manuels Stellung war lange ausgeglichen. Mein Unbehagen begann, als ein gegnerischer schwarzer Springer auf c4 auftauchte. Dann gab Manuel eine Qualität, keine Ahnung, ob es da bessere Alternativen gab. Klaus-Dieter wickelte anschließend solide ins Endspiel ab und gewann dieses ohne große Aufreger sehr sicher.

8: Albrecht Steiner – Bastian Deubler: 0-1 –> Eine bittere Niederlage. Albrecht stand lange gut und hätte mit dem richtigen Plan strategischen Vorteil erreichen können. Stattdessen entschied er sich für einen falschen Plan, zog erst seinen wichtigen Springer von d7 zurück nach b8 und entschied sich im nächsten Zug nicht dafür, das einzig Richtige zu tun, nämlich den Springer wieder nach d7 zurückzubringen. Dieses Akzeptieren und Ablegen des falschen Plans ist oft psychologisch sehr schwer, nach den beiden Fehlern war die Partie weg.

Insgesamt war das 4-4 leistungsgerecht und hält uns alle Möglichkeiten in der Liga offen. Unser nominell härtester Konkurrent Plauen gab heute ebenfalls einen Punkt ab, sodass wir im Moment Zweiter hinter Riesa sind.


1 Antwort auf “Leistungsgerechtes 4-4 gegen Turm”

  1. 1. Hermann schrieb:

    Deutschland – Schweden ist vorbei…
    Ach, beim Schach ist es eben doch ganz genau so wie beim Fußball. Ein 4:4 ist eben eine gefühlte Niederlage… 😉
    Angesichts der neuen Tabellensituationen heißt es für die nächsten Runden also: Tabellenboden gutmachen! 🙂

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